Nicht nur in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion, sondern auch bei der Bewertung von Unternehmen für Investments spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Ökologische und soziale Standards sowie Prinzipien für eine gute Unternehmensführung werden bei einer Unternehmensbeurteilung immer stärker berücksichtigt. ESG-Integration ist deshalb ein Schlagwort, das von Asset Managern in diesem Zusammenhang immer häufiger genutzt wird. Doch was verbirgt sich konkret dahinter? Wie werden ESG-Kriterien integriert?

Sowohl ESG-Risiken für Unternehmen oder Sektoren frühzeitig erkennen als auch Investmentchancen aus einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Ausrichtung nutzen

Um die Ergebnisse einer umfangreichen ESG-Analyse sinnvoll umsetzen zu können, bedarf es einer möglichst engen Zusammenarbeit von ESG-Analysten und Portfoliomanagern. Oder anders ausgedrückt: Die klassische Fundamentalanalyse muss um ESG-Komponenten erweitert werden! Dies dient zum einen dazu, ESG-Risiken für Unternehmen oder Sektoren frühzeitig erkennen und bewerten zu können. Zum anderen sollen Investmentchancen genutzt werden, die sich aus einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Ausrichtung ergeben.

Standardzutaten für eine professionelle Unternehmensanalyse sind Unternehmensdaten und systematische Analyseprozesse. Neben der weiter wachsenden hausinternen ESG-Datenbank SIRIS stehen den Portfoliomanagern auf der Aktienseite bei Union Investment seit Kurzem nun auch sogenannte ESG-Sektortemplates zur Verfügung. Diese Templates stellen ein standardisiertes Analyseraster dar, in das ESG-Analysten und Portfoliomanager kontinuierlich aktuelle ESG-Informationen einstellen. Diese umfangreichen Sektorenanalysen liefern zusätzliche ESG-Hinweise zu den jeweiligen Marktsegmenten. Die dort dokumentierten Chancen und Risiken bieten Union Investment eine wichtige Unter­stützung bei Investmententscheidungen und beim intensiven Engagement-Prozess mit Unternehmen.

Verstärkte Zusammenarbeit schafft Vertrauen

Neben den ESG-Einflussfaktoren auf Einzeltitelebene sind auch Hinweise auf sektoraler Ebene wichtig bei der Konstruktion von Portfolios und der Auswahl von Einzeltiteln. So können beispielsweise die 17 Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Natio­nen als ein Inputgeber genutzt werden, um besonders vielversprechende Investment­ideen zu identifizieren. Dabei tragen zum Beispiel Unternehmen aus den Subsektoren Solarenergie und Windkraft, aber auch „grüne Gebäude“ besonders zu einer Verlang­samung des Klimawandels bei und bieten sich deshalb aktuell als spannende Investmentbereiche an.

Gemeinsam Antworten zu finden auf Fragen nach den „ESG-Kernpunkten“, also den besonders wichtigen Aspekten im Hinblick auf Environment (zum Beispiel Ressourceneinsatz), Social (etwa die Berücksichtigung von Mitarbeiterrechten) und Governance (unter anderem Korruptionsvermeidung), macht eine umfassende Beurteilung eines Sektors erst möglich. Eine fundierte Meinungsbildung muss deshalb auch die spezifischen Risiken berücksichtigen, die sich unter anderem aus veränderten Regulierungen, technologischen Umbrüchen oder potenziellen Klagen ergeben können. Natürlich sollen aber auch die Chancen aufgezeigt werden, die sich aus einem nachhaltigeren Verhalten und dem Ausrichten an zukunftsfähigen Geschäftsmodellen ergeben. So zahlt sich für Unternehmen aus dem Energiebereich zum Beispiel die Verringerung des Wasser- und Stromverbrauchs aus.

Aufzeigen von Risiken und Chancen

Zur besseren Illustration und um eine zeitliche Einordnung der verschiedenen ESG-Themen zu ermöglichen, wird eine Darstellung in Quadrantenform gewählt. Gerade beim Austausch über die „richtige“ Anordnung der Themen entsteht ein tieferes Verständnis für die Anwendungsmöglichkeiten, die diese Analysen bei Investitionsentscheidungen bieten.

Aufbauend auf den dokumentierten Chancen und vor allem den Risiken, erhalten die Portfoliomanager und Analysten auch Hinweise auf mögliche kritische Engagement-Fragen an Unternehmen aus dem jeweiligen Sektor. So sind unter anderem Fragen zur Kontrolle der Vorleistungsketten, zu dem Ressourcenmanagement und zu kontroversen Geschäftspraktiken als Engagement-Themen besonders relevant.

Zeitnahe Verfügbarkeit von Hintergrundinformationen

Die einzelnen Sektoranalysen beinhalten zusätzlich eine Übersicht über die wichtigsten Unternehmen in den Union Investment Portfolios. Ergänzt wird diese Auflistung durch aktuelle Kommentare von Portfoliomanagern und ESG-Analysten zu eventuellen Kon­troversen und zur fundamentalen wie auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten be­trachteten Geschäftsentwicklung. Denn von besonderem Interesse für Portfoliomanager ist es, zeitnah über neue Kontroversen oder regulatorische Änderungen informiert zu sein. Gerade solche Ereignisse haben einen starken Einfluss auf die Entwicklung eines Unter­nehmens oder auch eines ganzen Sektors.

ESG-Sektortemplates ermöglichen wichtige Hinweise zu Risiken, die die Entwicklung einer gesamten Branche nachhaltig beeinflussen können

ESG-Sektortemplates und die darin enthaltenen Analyseergebnisse können wichtige Hinweise geben und auf Risiken aufmerksam machen, die die Entwicklung einer gesamten Branche nachhaltig beeinflussen können. Gleichzeitig ist es möglich, dass in den Analysen „Hinweise“ auf Subsektoren, Einzelunternehmen und innovative Trends gegeben werden, die in einer ansonsten schwierigen Branche dennoch aussichtsreiche Investmentideen liefern.

Die neuen ESG-Sektorenauswertungen sollten somit – auch im Zusammenspiel mit unserer Datenbank SIRIS – einen Mehrwert bei Investmententscheidungen liefern.

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