Die Auswahl der wesentlichen Themen und die Anwendung von materialitätsbezogenen Gewichtungen sind der Schlüssel für aussagekräftige Ratingergebnisse. Basierend auf umfassender Erfahrung und Expertise im ESG-Bereich hat ISS ESG ein ganzheitliches, differenziertes und zukunftsgerichtetes Materialitätskonzept entwickelt. ISS ESG Corporate Ratings berücksichtigen die spezifischen Herausforderungen bewerteter Unternehmen. Die anhaltend überdurchschnittliche Performance im Vergleichstest bestätigt die finanzielle Materialität.

Im Bewertungsschema des ISS ESG Corporate Ratings kommt die gängige Materialitätsdefinition zum Tragen, der zufolge eine Information dann wesentlich ist, wenn sie für Investoren wichtig ist und deren Entscheidungsfindung beeinflussen kann. Wir nehmen diese Definition ernst: Unsere Methodik spiegelt unsere durch empirische Evidenz gestützte Überzeugung wider, dass alle unter „E“, „S“ und „G“ zusammengefassten Aspekte wichtig für Investorenentscheidungen sind. Eine aussagekräftige ESG-Performanceanalyse muss daher Risiken für und Einflüsse auf alle relevanten Stakeholder berücksichtigen, beispielsweise im Hinblick auf Angestellte, Zulieferer, Kunden, die Bevölkerung und Ökosysteme. Durch die Berücksichtigung einer umfassenden Zahl von Kriterien bietet das Rating von ISS ESG zusätzlichen Einblick in relevante Risiken und Chancen im Gegensatz zu anderen, enger gefassten ESG-Konzepten. Letztere laufen Gefahr, mit der Behauptung, lediglich „finanziell wesentliche“ ESG-Aspekte zu berücksichtigen, tatsächlich eine allzu begrenzte Zahl an KPIs zu untersuchen und dadurch möglicherweise relevante und materielle ESG-Aspekte zu übersehen.


ISS ESG verwendet die gängige Materialitätsdefinition, der zufolge eine Information dann wesentlich ist,
wenn sie für Investoren wichtig ist und deren Entscheidungsfindung beeinflussen kann.

Robert Hassler, Managing Directot & Head of Ratings, ISS ESG


Ein wichtiger Aspekt ist, dass nicht alle ESG-Themen gleichermaßen wesentlich für die Analyse bestimmter Sektoren, Subbranchen und Geschäftsmodelle sind. Um den Grad der Materialität zu bestimmen, benötigen wir ein tiefgreifendes und ausgewogenes Verständnis davon, wie, in welchem Umfang, mit welcher Wahrscheinlichkeit, und über welchen Zeithorizont einzelne ESG-Aspekte den ökonomischen Erfolg eines Unternehmens voraussichtlich beeinflussen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, reicht es nicht aus, eine lediglich vergangenheitsbezogene Perspektive einzunehmen, da sich Trends und gesellschaftliche Veränderungen oftmals nicht linear entwickeln. Ausschließlich rückwärtsgerichtete Ansätze sind daher nicht besonders gut für Prognosen geeignet. Das Materialitätsverständnis im ISS ESG Corporate Rating ist mittel- bis langfristig ausgerichtet und verhilft Investoren zu zukunftsgerichteten Informationen über Risiken und Chancen von Investments, bevor sich deren Auswirkungen in der Realität zeigen.

Der Umfang, in dem ESG-Risiken und -Chancen gleichbedeutend mit finanziellen Risiken und Chancen sind, hängt von einer Vielzahl von Variablen ab, beispielsweise vom individuellen Geschäftsmodell, dem Unternehmensstandort, dem betrachteten Zeitraum, und der dynamischen Entwicklung von Regulierung und öffentlicher Debatte. ISS ESG trägt diesen komplexen Zusammenhängen mit einem ganzheitlichen und umfassenden Ansatz Rechnung, der die verschiedenen Ebenen von Materialität für einzelne Unternehmen berücksichtigt und ESG-Themen und -Indikatoren entsprechend gewichtet. Auf dieser Basis identifizieren wir vier bis fünf ESG-Schlüsselthemen für jede Branche, die zusammengerechnet mindestens fünfzig Prozent der Gesamtratingnote ausmachen.

Oftmals wird fälschlicherweise angenommen, dass „finanzielle Materialität“ im Sinne einer finanziellen Wertschöpfung, und „stakeholder- oder nachhaltigkeitsbezogene Materialität“, also die Wertschöpfung für alle Stakeholder eines Unternehmens, getrennte und grundsätzlich verschiedene Konzepte sind. Dem steht das zunehmend in Investorenkreisen, in der Wissenschaft und der Politik verbreitete Verständnis entgegen, dass anhaltende finanzielle Erträge mit den Kernprinzipien nachhaltiger Entwicklung und den Erwartungen externer Stakeholder übereinstimmen müssen.

 

Tatsächlich wurde die finanzielle Materialität des ESG Corporate Ratings in externen Untersuchungen bestätigt, die seit 14 Jahren einmal jährlich durchgeführt werden. Die Studien zeigen, dass Unternehmen im ISS ESG Prime Portfolio im Vergleich zu herkömmlichen Indizes kontinuierlich besser abschneiden. Das ISS ESG Prime Portfolio enthält lediglich Unternehmen, die ambitionierten, sektorspezifischen ESG-Performanceanforderungen genügen.

Autor: Robert Hassler, Managing Director & Head of Ratings, ISS ESG

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