Sauberes Trinkwasser zählt zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, die bis 2030 erreicht werden sollen. Dabei handelt es sich um ein ehrgeiziges Vorhaben. Denn schon heute mangelt es laut Weltbank mehr als 660 Millionen Menschen an einem Zugang zu adäquatem Trinkwasser. Damit ist weltweit fast jeder neunte Mensch betroffen. Dazu kommt, dass sogar 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben.

Der Mangel betrifft die Menschen nicht nur direkt, sondern auch indirekt. Denn auch die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe benötigen umfangreiche Mengen von sauberem Wasser. Und der Bedarf steigt. Hauptgrund dafür ist das Bevölkerungswachstum. Im Jahr 2050 werden weltweit voraussichtlich neun Milliarden Menschen leben – rund 1,4 Milliarden mehr als heute. Dadurch nimmt die Nachfrage nach sauberem Trinkwasser jedes Jahr um ein Prozent zu.

Weltweites Problem

Sauberes Trinkwasser ist längst nicht nur in Schwellen- und Entwicklungsländern und in trockenen Regionen der Welt wie in den Sahara-Staaten Mangelware. Nach einer Umfrage der Water Quality Association von Anfang 2020 machen sich beispielsweise in den USA 51 Prozent der Verbraucher Sorgen oder sogar große Sorgen über ihre Trinkwasserversorgung. Vor zwei Jahren lag der Wert noch bei 42 Prozent. Weltweit leidet ein Viertel der 50 größten Metropolen unter einer ernstzunehmenden Wasserknappheit.

Während der Bedarf steigt, gerät das Angebot durch den Klimawandel unter Druck. Nach Berechnungen des Weltklimarats sorgt die Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um ein Grad dafür, dass sieben Prozent der weltweiten Bevölkerung einen Rückgang der erneuerbaren Wasserressourcen um 20 Prozent erleiden.

Angesichts dieser Zahlen ist es erstaunlich, wie sorglos die Menschen mit Wasser umgehen. In den USA, der größten Industrienation der Welt, gehen jeden Tag durch veraltete Infrastruktur und Lecks 15 Prozent des gesamten Trinkwassers verloren. In London, Dublin und Rom liegen die Wasserverluste sogar bei 30 bis 40 Prozent.

Enormer Investitionsbedarf

Vor diesem Hintergrund haben in den USA sowohl die Demokraten als auch die Republikaner für ihren Präsidentschaftswahlkampf 2020 eine Erhöhung der Infrastrukturausgaben auch im Wasserbereich auf die Fahnen geschrieben. US-Präsident Donald Trump hat zwar beim Umweltschutzministerium alles gestrichen, was es zu streichen gab –  die Budgets für Wasser hat er jedoch nicht angetastet und zudem ein Water Infrastructure Act zur Bereitstellung von Investitionskapital auf den Weg gebracht.

In den USA kommt der Staat offenbar nicht an größeren Investitionen in die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser in guter Qualität vorbei. Würden in den Vereinigten Staaten die Wasserpreise wie in der Vergangenheit auch künftig um fünf Prozent pro Jahr steigen, so könnte sich die Zahl der US-Haushalte, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Wasserrechnung zu bezahlen, Berechnungen der Michigan State University zufolge, in fünf Jahren auf 41 Millionen verdreifachen. In anderen Ländern sieht es kaum anders aus. Die größten Anstrengungen müssen nach Angaben von Global Water Intelligence die Länder in Südasien, im Nahen Osten und in Nordafrika unternehmen.

Attraktive Investmentchancen

Aus Sicht der Anleger sind vor allem Unternehmen interessant, die nicht nur einen kleinen Teil, sondern das Gros ihrer Umsätze in den Bereichen Wasserwirtschaft und Wasseraufbereitung erzielen. Dazu zählen unter anderem Hersteller von Pumpen, Filtern, Leitungen oder Steuerventilen oder von Entsalzungsanlagen. Über gute Wachstumsperspektiven verfügen zudem Unternehmen, mit deren Produkten sich Wasser sparen lässt, die also beispielsweise effiziente Bewässerungssysteme oder Systeme der Kreislaufwirtschaft entwickeln und anbieten.

Generell werden Firmen mit einem geschäftlichen Fokus auf Wasser eine immer wichtigere Rolle für die Gesellschaft spielen, da zunehmend mehr Menschen auf den Umgang mit natürlichen Ressourcen achten. Die Bedeutung von Wasser für
Leben, Gesundheit und Industrie wird für technologische Innovation und Umsatzwachstum sorgen. Investitionen in Wasser bringen nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen sozialen Nutzen und sind somit ideal für langfristig denkende Anleger mit ethischen Ansprüchen geeignet.

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